suedkurier.de - 11.09.2006                                
Partnerschaft gelebt, gefeiert und genossen

Owingen feiert 15 Jahre alten lebendigen Bund mit Coudoux
Dreiecksbeziehung mit Baone deutet sich an
Einen Rosenstrauch mit Trikolore überreichte Owingens Bürgermeister Günther Former (rechts) seinem Kollegen Alain Bobille-Vaucher und Nelly Martin aus der Partnergemeinde Coudoux in der Provence; die Franzosen revanchierten sich mit einem Kunstband.
Bild: Walter
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Owingen (hpw) So stellt man sich eine Partnerschaft über die Grenzen hinweg vor. Lebendig und herzlich sind die Beziehungen zwischen den Menschen aus Coudoux und Owingen, das fröhliche "Fest der Freundschaft" zum 15-jährigen Bestehen der Jumelage war ein weiterer Beleg dafür. Für die Einstimmung hatte ein Vorprogramm auf dem unteren Rathausplatz gesorgt. Während erfrischende bunte Cocktails die Runde machten, zeigten Biker aus Billafingen und Owingen akrobatische Kunststücke und eine israelische Tanzgruppe sorgte für farbenfrohen Schwung. Schließlich tanzte sie gemeinsam mit den Gästen rund um das symbolische Wappen-Mühlrad auf den Pflastersteinen.

Nur ganz kurz erinnerte Bürgermeister Günther Former beim Festabend an die Wurzeln der Partnerschaft. Mit Neugier und der notwendigen Skepsis habe man sich zunächst langsam angenähert, um 1991 die Partnerschaft zu besiegeln. Ganz ähnlich läuft es mit den Beziehungen nach Baone im italienischen Veneto. Ein "herziges Städtchen" nannte Former die Kommune nordwestlich von Venedig und herzte deren stets strahlende Repräsentantin Antonia Grigolin, die die Bürgermeisterin wegen eines offiziellen Termins entschuldigte. Nichts überstürzen wollte Owingen bislang auch hier. Doch schon beim Jubiläumsfest in Taisersdorf waren die Italiener, die mit Coudoux längst verschwistert sind, mit von der Partie gewesen; und in diesem Jahr fühlte Günther Former schon mal vor Ort jenseits der Alpen vor. Der Boden scheint gut bereitet, auf dem eine zweite Partnerschaft gedeihen könnte. Die Franzosen würden sich nur freuen, wenn das Dreiecksverhältnis besiegelt würde.

Die italienischen Fahne hing am Samstag allerdings noch auf der Rückseite der Halle. Das Fest galt schließlich der deutsch-französischen Liaison. So schnitten nur die Bürgermeister Alain Bobille-Vaucher und Günther Former mit Annemarie Lusson und Wolfgang Rauneker von beiden Deutsch-Französischen Vereinen den symbolischen Hefekranz auf und stießen mit den Gläsern an auf die Jumelage. Bei den mit Inbrunst gemeinsam gesungenen Hymnen beschränkte sich das Programm auch noch auf die Provence und das Badnerlied.

"Partnerschaft und Freundschaft sind nur möglich, wenn Menschen aufeinander zu gehen", hatte Owingens Bürgermeister zuvor deutlich gemacht. Doch die Beziehung der zwischen Owingen und Coudoux werde nicht nur gelebt, sondern auch genossen. Wenn es eines weiteren Beweises für die Aussage bedurft hätte, dann wäre es dieser ebenso fröhlich-ungezwungene wie von spürbarer Herzlichkeit geprägte Abend gewesen. Mit Geduld ertrugen die Gäste daher später auch die langen Schlangen bis zum kalt-warmen Buffet. Mit dem Vorprogramm unterhalb des Rathauses hätten die Owinger gezeigt, so Former, dass die Partnerschaft keine "einspurige Angelegenheit" sei. Gruppen und Vereine seien dem Aufruf gefolgt, einen Beitrag zu leisten. "Wir demonstrieren damit, dass es eine Freude ist, diese Partnerschaft zu gestalten."

Former dankte für den Empfang im Juni und die unvergesslichen Erlebnisse in der Provence. Auch sein Kollege Alain Bobille-Vaucher ist angetan von der Entwicklung der Partnerschaft und zeigte sich "entschlossen, die bestehenden Verbindungen weiter zu intensivieren." Über Radler, Feuerwehr und Musiker hinaus sollen weitere Bande geknüpft werden. Bobille-Vaucher: "Wir glauben an die gemeinsam Zukunft."

 
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